Rekordjagd beim Bitcoin: Langfrist-Kursziel der JPMorgan-Experten bei 146.000 Dollar

Nach Bitcoin-Rallye: JPMorgan mit Kursziel 146.000 Dollar

Nach der jüngsten Kursrallye des Bitcoin zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 können sich Fachleute der US-Investmentbank JPMorgan ein langfristiges Kursziel von 146.000 Dollar pro Bitcoin vorstellen. Hierfür müsste sich aber die Volatilität der Kryptowährung deutlich glätten, so die Experten. Als Vergleichswert ziehen sie Gold heran.

Der aktuelle Bitcoin Preis: 54.755,95

Bitcoin Kurs Entwicklung im Chart

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Jüngster Kurssprung des Bitcoin

Der Bitcoin, der die Finanzwelt schon Ende 2017 mit einem Kurssprung auf rund 20.000 Dollar überrascht hatte, hat im Januar 2021 ein neues Allzeithoch bei 41.969 Dollar erreicht. Zwischenzeitlich war er allerdings von seinem vorherigen Peak im Dezember 2017 wieder deutlich zurückgefallen. Zeitweilig hatte er wieder unter 7.000 Dollar notiert.

Danach gab es einen sehr moderaten Anstieg auf rund 10.000 Dollar und immer wieder kleine Rückschläge, bis der Preis der Kryptowährung schließlich im Dezember 2020 die vorherige Höchstmarke von ~20.000 Dollar knackte und anschließend steil nach oben schoss. Das ist auch vom Zeitverlauf her ein typisches Preisverhalten, wie man es von „Sicherheitsassets“ wie dem Gold kennt.

Dessen Preis kann ebenfalls über Jahre und sogar Jahrzehnte in einer engen Range verharren, um dann auszubrechen – so geschehen beim Gold zu Beginn des neuen Jahrtausends, als es eine wahrhafte Jahrtausendrallye (keine Metapher!) hinlegte.

Der damalige Kurssprung von ehemals 500 bis 700 Dollar auf über 1.900 Dollar pro Feinunze war der größte seit der Entdeckung Südamerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492, nach welcher der europäische Goldpreis einbrach, dessen vorheriges Allzeithoch um 1470 bis 1480 entstanden war: Das bei den Inkas und Azteken gefundene Gold erhöhte drastisch die weltweite Goldmenge und senkte damit den Preis.

Für die Goldpreisrallye im frühen 21. Jahrhundert (beginnend nach dem Platzen der Dotcom-Blase um 2001) gibt es übrigens bis heute wenig plausible Erklärungen. Eine Rallye wird auch psychologisch getrieben und kann sich damit verselbstständigen. Nun also der Bitcoin?

Kryptos könnten Edelmetalle ersetzen

Die JPMorgan-Experten glauben, dass Kryptowährungen mittel- bis langfristig den Anlegern interessanter als Edelmetalle erscheinen könnten. Das lässt sich auch begründen, denn Kryptowährungen sind per definitem endlich (mehr als 21 Millionen Bitcoins wird es nie geben), bei Edelmetallen hingegen kennt man die genauen Vorkommen nicht. Der Aufstieg der Kryptowährungen lässt sich mit Zahlen belegen.

Im Januar 2021 waren sie insgesamt vorübergehend mehr als eine Billion US-Dollar wert. Ihre breite Akzeptanz nicht nur als Anlage-, sondern auch als Zahlungsmittel wächst mit kleinen Schritten. Der Bezahldienst PayPal etwa plant, zumindest in den USA Bitcoin als Zahlungsmittel zuzulassen. Allmählich interessieren sich auch große Finanzinvestoren für Kryptowährungen.

Damit deutet sich nach der Auffassung von JPMorgan eine Trendwende an, welche auch Bloomberg anhand vorliegender Studien bestätigt. Demnach verschieben sich die Investitionen von privaten und auch institutionellen Anlegern weg vom Gold und hin zu Kryptowährungen:

  • Der Grayscale Bitcoin Trust nahm zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 fast zwei Milliarden US-Dollar für Kryptoanlagen auf.
  • Aus Gold-ETFs flossen im gleichen Zeitraum etwa sieben Milliarden US-Dollar ab.

Da das Interesse von institutionellen Investoren sich erst seit etwa 2018 auf die Kryptowährungen richtet, sehen die Experten von JPMorgan hier noch ein gewaltiges Potenzial. Aus diesem leiten sie ihr (vorläufiges) Kursziel von 146.000 Dollar für einen Bitcoin ab.